Ein Weg in Grau und in Farbe

Der Weg zurück ... von grau zu bunt.

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Der Weg / die Therapie

Den ersten Schritt aus der Essstörung haben Sie geschafft, sobald Sie sich Ihre Essstörung eingestehen. Wenn Sie zugeben können, dass Sie krank sind, dann werden Sie sehen, dass man Ihnen helfen kann.
Die Behandlung ist sehr intensiv, sehr persönlich und sehr effektiv. Auch außerhalb der Therapiestunden ist es gewährleistet, dass der Patient bei Fragen oder wenn es ihm nicht gut geht, schnell Hilfe bekommt. Er ist keine "Nummer" sondern ein Mensch, der Hilfe und Unterstützung braucht.

Am Anfang der Therapie steht das Anamnesegespräch, in dem der Patient den Therapeuten kennen lernt, viele Fragen geklärt werden und auch ausführlich über die bisherige Krankheitsgeschichte und den Verlauf informiert wird.
Die Therapie wird vorgestellt und der Patient oder auch die Eltern/der Partner bekommen Informationen über diese spezielle, intensive Therapie.

Je nach Ausprägung und Schweregrad wird dann ein Therapieplan erstellt, in dem die wöchentlichen Stunden (von einer Stunde pro Woche bis täglich einer Stunde Therapie) aufgeführt sind und auch die Erreichbarkeit des Therapeuten per Email oder Telefon aufgeführt wird.

Auf Wunsch kann auch eine somatische, körperliche Kontrolle durch einen Allgemeinmediziner vereinbart werden.

Der Ablauf der Behandlung

Am Anfang der Therapie geht es darum, dem Patienten ein sicheres Umfeld zu schaffen, damit er sich voll und ganz auf sich und die Therapie konzentrieren kann. Wenn das Vertrauensverhältnis aufgebaut ist und der Patient genügend Einblicke und Informationen über die Therapie bekommen hat, kann es mit der eigentlichen Arbeit losgehen.
Der Patient wird durch den Therapeuten angeleitet, sich intensiv mit sich selber und seinen Gedanken auseinander zu setzen. Ziemlich schnell wird ihm bewusst, wie negativ er eingestellt ist, nicht nur gegenüber Anderen, besonders auch gegenüber sich selbst.
Er wird durch intensive Schreibarbeit diese Gedanken hinterfragen und nach und nach dieser "negativen Stimme" weniger Glauben schenken. Hier beginnt der Prozess der Genesung.
Der Patient wird sich seiner selbst, seinen Stärken, seinem Charakter und seinen Eigenschaften immer mehr bewusst und lernt, dass er die Krankheit nicht länger braucht, um sich dahinter zu verstecken und dass er die Kontrolle über das Essen abgeben darf.
Je mehr er an sich arbeitet und zu sich selber findet, desto mehr wird er sich auch freiwillig mit dem Essen auseinander setzen und es für sich (und nicht für jemand Anderen und besonders nicht unter Druck) wieder zulassen.

Einige Beispiele über die negative Sichtweise des Patienten, meistens gegenüber sich selbst:

  • Alle Anderen sehen viel besser aus wie ich! Ich bin echt das Letzte!
  • Warum wählen mich Klassenkameraden erst als 10 in die Gruppe? Niemand mag mich!
  • Ich bin so ein schlechter Mensch! Nun hab ich schon wieder etwas falsch gemacht.
  • Nie habe ich Geduld mit meinen Kindern. Was bin ich doch für eine schlechte Mutter!
  • Ich bin nicht zum Geburtstag eingeladen. Keiner möchte mit mir befreundet sein.
  • Keiner ruft mich an. Ich fühle mich so alleine und einsam.

Die Betroffenen beschäftigen sich nicht nur (wie man auch oben sehen kann) mit dem Essen. Vielmehr sind sie ständig mit diesen negativen Glaubenssätzen über sich selber beschäftigt. Sie glauben, dass sie es nicht wert sind, geliebt zu werden, dass sie schlechte Menschen sind und dass sie Leistung erbringen müssen, um anerkannt zu werden.

In der Therapiearbeit geht es nun darum, diese Glaubenssätze immer wieder aufs Neue zu hinterfragen und rationale Gründe aufzuführen, warum die subjektive Meinung des Patienten nicht der Realität entspricht. Diese rationale Sicht wird der Patient immer wieder aufs Neue durcharbeiten.
Je länger sich der Patient damit auseinandersetzt, desto eher wird er wieder ein positiveres Verhältnis zu sich aufbauen und auch bei Kritik oder in Problemsituationen nicht mehr alles persönlich nehmen und auf seine Person beziehen sondern sich kritisch und realistisch damit auseinander setzen.

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